Olympiadorf
Das Olympiadorf wurde für die Sommerspiele 1972 als „Stadt in der Stadt“ geplant. Terrassenhäuser, autofreie Fußgängerebenen, Läden, Schulen und Grünflächen sollten nach den Spielen als dauerhaftes Wohnquartier weiterleben. Genau das ist gelungen: Heute wohnen mehrere Tausend Menschen im ehemaligen Männerdorf, während die bunten Bungalows des früheren Frauendorfs vor allem studentisch genutzt werden.
Olympiadorf auf einen Blick
- Lage
- Nördlich des Olympiaparks
- Architektur
- Heinle, Wischer und Partner; Bungalows unter anderem nach Konzepten von Werner Wirsing
- Zugang
- Öffentliche Wege sind frei zugänglich, Wohnbereiche bleiben private Lebensräume
- Zeitbedarf
- Etwa 45 bis 60 Minuten für einen respektvollen Architekturspaziergang
- Besonders
- Terrassenhäuser, autofreie Ebenen, bemalte Bungalows und die Idee der „Stadt in der Stadt“
Was erwartet Sie im Olympiadorf?
Die Anlage unterscheidet sich deutlich vom geschwungenen Olympiapark. Im Dorf dominieren geometrische Terrassenbauten, klare Wege und gestaffelte Wohnformen.
Die vier großen Erschließungsstraßen verlaufen unterirdisch. Dadurch bleibt die Oberfläche weitgehend autofrei. Für 1972 war diese konsequente Trennung von Fuß- und Autoverkehr ein ambitioniertes städtebauliches Experiment.
Wohnquartier statt Denkmalpark
Das ehemalige Männerdorf wird heute von rund 6.000 Menschen bewohnt. Geschäfte, soziale Einrichtungen und Grünflächen gehören zum Alltag des Quartiers.
Südlich davon liegt das frühere Frauendorf mit niedrigen Bungalows. Die ursprünglichen Bauten wurden zwischen 2007 und 2010 erneuert. Besonders auffällig sind die individuell bemalten Fassaden.
Für Besucher wichtig:
- auf öffentlichen Wegen bleiben
- Hauseingänge und Terrassen als private Bereiche respektieren
- Menschen nicht ungefragt fotografieren
- Architektur beobachten, ohne das Quartier als Kulisse zu behandeln
1972 bleibt sichtbar
Das Olympiadorf ist einer der besten Orte, um die städtebaulichen Ideen der Spiele zu verstehen. Anders als Stadion oder Sporthalle zeigt es, wie Olympia dauerhaftes Wohnen prägen sollte.
Der größere historische Kontext steht unter Olympia 1972 in München.
Das Olympiadorf ist gerade deshalb interessant, weil es weiterlebt
Viele Großveranstaltungsbauten verlieren nach wenigen Jahren ihre ursprüngliche Funktion. Das Dorf dagegen erfüllt bis heute den Zweck, für den es nach 1972 gedacht war: Wohnen, Einkaufen, Alltag.
Diese Kontinuität macht den Ort architektonisch besonders – verlangt von Besuchern aber auch mehr Rücksicht als bei einem klassischen Monument.
In der Nähe
Das Olympiadorf liegt unmittelbar am Olympiapark und lässt sich sehr gut in einen Architekturspaziergang einbauen.
Olympiastadion
ca. 10–15 Min. zu Fuß
Das große Sportbauwerk zeigt die organische, landschaftliche Seite derselben Olympia-Planung.
OlympiastadionOlympiapark
Direkt anschließend
Der Park verbindet Sportstätten, Seen, Hügel und Landschaftsarchitektur zu einem zusammenhängenden Ensemble.
OlympiaparkBMW Welt und BMW Museum
ca. 10–15 Min. zu Fuß
Nördlich des Parks ergänzt das BMW-Ensemble den Rundgang um Industrie-, Design- und Architekturgeschichte.
BMW Welt und BMW Museum
Häufige Fragen zum Olympiadorf
Der Ort ist öffentlich durchwegbar, aber kein Museum. Respekt vor Bewohnern ist deshalb zentral.
Kann man das Olympiadorf frei besuchen?
Die öffentlichen Wege ja. Wohnhäuser, Terrassen und private Bereiche sind selbstverständlich nicht Teil einer Besichtigung.
Was bedeutet „Stadt in der Stadt“?
Das Quartier wurde mit Wohnen, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, sozialen Einrichtungen und Grünräumen als weitgehend eigenständiges Wohngebiet geplant.
Sind die bunten Bungalows noch original?
Die ursprünglichen Bungalows wurden zwischen 2007 und 2010 erneuert. Das städtebauliche Konzept blieb erhalten, die Fassaden können individuell gestaltet werden.
Wie lange braucht man?
Für einen konzentrierten Rundgang etwa 45 bis 60 Minuten.