Justizpalast
Der Justizpalast am Stachus ist ein monumentaler neobarocker Gerichts- und Verwaltungsbau aus dem späten 19. Jahrhundert. Friedrich von Thiersch entwarf das Gebäude mit großem Lichthof und hoher Glaskuppel. Historisch besonders wichtig ist der Ort wegen der Prozesse gegen Mitglieder der Weißen Rose 1943. Eine kostenlose Dauerausstellung erinnert heute daran.
Justizpalast auf einen Blick
- Adresse
- Prielmayerstraße 7, 80335 München
- Funktion
- Aktives Gerichtsgebäude und Sitz des Bayerischen Staatsministeriums der Justiz
- Besuch
- Zugang während der allgemeinen Öffnungszeiten unter Sicherheitskontrollen
- Ausstellung
- Dauerausstellung im Weiße-Rose-Saal, kostenlos
- Zeitbedarf
- Etwa 30 bis 45 Minuten für Ausstellung und Lichthof, sofern zugänglich
Was erwartet Sie im Justizpalast?
Der Bau entstand zwischen 1891 und 1897 nach Plänen Friedrich von Thierschs. Vier repräsentative Fassaden und eine große Glaskuppel machen ihn zu einem der auffälligsten Justizbauten Deutschlands.
Im Inneren öffnet sich ein großer Lichthof mit Treppenanlagen und Galerien. Die Architektur sollte Ende des 19. Jahrhunderts auch Öffentlichkeit und Bedeutung der Justiz sichtbar machen.
Gericht und Erinnerungsort
1943 fanden im Justizpalast Prozesse gegen Mitglieder der Weißen Rose statt. Hans und Sophie Scholl sowie Christoph Probst wurden hier am 22. Februar vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt.
Heute erinnert eine Dauerausstellung im Weiße-Rose-Saal an die Gruppe. Sie behandelt Widerstand, Prozess und die Rolle der Justiz in der NS-Diktatur.
Die Seite Weiße Rose & Geschwister-Scholl-Platz ergänzt den universitären Erinnerungsort an der LMU.
Kein klassisches Museum
Der Justizpalast bleibt ein arbeitendes Gerichtsgebäude. Besucher passieren Sicherheitskontrollen, und nicht alle Bereiche sind frei zugänglich.
Wer gezielt die Ausstellung sehen möchte, sollte die offiziellen Besuchszeiten vorab prüfen. Öffentliche Gerichtsverhandlungen folgen wiederum eigenen Regeln.
Der Lichthof sollte Justiz sichtbar machen
Treppen, Galerien und die große Glaskuppel schaffen einen hellen, repräsentativen Innenraum. Der Bau zeigt, dass Gerichtsarchitektur im 19. Jahrhundert nicht nur funktional gedacht wurde.
Gerade vor dem Hintergrund des Unrechts während der NS-Zeit erhält diese Idee von Öffentlichkeit heute eine zusätzliche historische Spannung.
In der Nähe
Der Justizpalast liegt unmittelbar zwischen Stachus, Lenbachplatz und Grünanlagen.
Karlsplatz (Stachus)
Direkt gegenüber
Der große Platz mit Karlstor verbindet den Justizpalast unmittelbar mit Fußgängerzone und Altstadt.
Karlsplatz (Stachus)Lenbachplatz
ca. 3 Min. zu Fuß
Wittelsbacherbrunnen, Künstlerhaus und Neue Maxburg ergänzen den Justizpalast um mehrere Architekturepochen.
LenbachplatzAlter Botanischer Garten
ca. 3 Min. zu Fuß
Die historische Grünanlage liegt direkt nördlich des Justizpalasts und bietet einen ruhigen Kontrast zum Gerichtsviertel.
Alter Botanischer Garten
Häufige Fragen zum Justizpalast
Da der Bau aktiv genutzt wird, gelten andere Besuchsbedingungen als in einem Museum.
Kann man den Justizpalast besichtigen?
Ja, Teile des Gebäudes sind während der allgemeinen Öffnungszeiten zugänglich; Sicherheitskontrollen gehören dazu.
Kostet die Weiße-Rose-Ausstellung Eintritt?
Nein. Die Dauerausstellung ist kostenlos.
Welche Verbindung hat der Justizpalast zur Weißen Rose?
Hier fanden 1943 Prozesse gegen Mitglieder der Widerstandsgruppe statt.
Wer hat den Justizpalast gebaut?
Der Architekt Friedrich von Thiersch entwarf den neobarocken Bau.