Auer Dult München
Die Auer Dult verbindet einen jahrhundertealten Jahrmarkt mit Volksfest, Geschirrhandel und Tandlerkultur. Ihre Wurzeln reichen bis zu einer 1310 belegten Jakobidult zurück; seit 1799 finden Dulten auf dem Mariahilfplatz in der Au statt. Seit 1905 sind dort alle drei traditionellen Münchner Dulten vereint.
Auer Dult auf einen Blick
- Ursprung
- 1310 ist eine Jakobidult am Anger, dem heutigen St.-Jakobs-Platz, belegt
- Au
- 1796 erhielt das damals eigenständige Dorf das Recht auf zwei eigene Dulten
- Mariahilfplatz
- Seit 1799 ist er der zentrale Dultplatz
- Dreiklang
- Maidult, Jakobidult und Kirchweihdult finden seit 1905 am selben Ort statt
- Tandler
- Antiquitäten, Haushaltswaren und Gebrauchtobjekte gehören seit langem zum besonderen Charakter
Was „Dult“ überhaupt bedeutet
Das Wort bezeichnete ursprünglich ein kirchliches Fest. Rund um Heiligentage entstanden Märkte, an denen Händler Waren anboten und reisende Schausteller für Unterhaltung sorgten. Aus dem religiösen Anlass entwickelte sich mit der Zeit der Jahrmarkt.
In München ist eine Jakobidult bereits 1310 belegt. Sie fand zunächst am Anger statt, dem heutigen St.-Jakobs-Platz. Die heutige Auer Dult entstand jedoch erst viel später.
Wie die Dult in die Au kam
1796 verlieh Kurfürst Karl Theodor der damals noch eigenständigen Au das Recht, eigene Jahrmärkte abzuhalten. Ab 1799 wurden im Frühjahr und Herbst Dulten rund um die Mariahilfkirche veranstaltet. Der Mariahilfplatz wurde damit zum dauerhaften Festort.
1854 wurde die Au nach München eingemeindet. 1905 zog schließlich auch die alte Jakobidult auf den Mariahilfplatz. Seitdem findet dort das bekannte Dreigespann aus Maidult, Jakobidult und Kirchweihdult statt.
Warum Antiquitäten dazugehören
Ein sogenannter Niederländer Markt erlaubte früh den Handel mit gebrauchten Haushaltsgegenständen und Kleidung. Daraus entwickelte sich die Tandlertradition, die bis heute einen großen Teil des Charakters ausmacht.
Zwischen Geschirrständen, Antiquitäten und Fahrgeschäften liegt deshalb eine ungewöhnliche Mischung aus Einkaufsmarkt und kleinem Volksfest. Der Mariahilfplatz verbindet diese Tradition unmittelbar mit dem Stadtteil Au.
Wie aus einem Kirchenfest die Auer Dult wurde
Die Jakobidult ist erstmals belegt
Am Anger findet ein Markt zum Fest des heiligen Jakobus statt. Er gehört zu den frühen Münchner Dulttraditionen.
Die Au erhält eigene Dultrechte
Kurfürst Karl Theodor erlaubt dem Dorf eigene Märkte. Ab 1799 wird der Mariahilfplatz zum Dultort.
Die Au wird Teil Münchens
Mit der Eingemeindung kommt auch die Dult offiziell zur Stadt.
Alle drei Dulten ziehen auf den Mariahilfplatz
Maidult, Jakobidult und Kirchweihdult bilden fortan das bis heute bekannte Dreigespann.
Handel bleibt wichtiger als Spektakel
Fahrgeschäfte gehören dazu, doch Geschirr, Haushaltswaren, Antiquitäten und Tandlerstände halten die Auer Dult deutlich näher am historischen Jahrmarkt als viele moderne Volksfeste.
Die Auer Dult fühlt sich kleiner und handelsnäher an als die Wiesn
Zwischen Tandlerständen, Geschirrbergen und Fahrgeschäften bleibt der Marktcharakter deutlich spürbar. Viele Besucher kommen zum Stöbern und Kaufen, nicht nur wegen des Volksfests.
Gerade diese Mischung hält eine ältere Form des Jahrmarkts lebendig – mitten in einem längst großstädtischen Viertel.
Au-Haidhausen entdeckenHäufige Fragen zur Auer Dult
Die Dult ist älter als ihr heutiger Standort. Wer ihre Geschichte verstehen möchte, muss zwischen der frühen Jakobidult und dem späteren Mariahilfplatz unterscheiden.
Seit wann gibt es die Auer Dult?
Ihre ältesten Wurzeln reichen bis 1310. Auf dem Mariahilfplatz finden Dulten seit 1799 statt.
Warum heißt sie „Auer“ Dult?
Weil sie im ehemaligen Dorf und heutigen Stadtteil Au stattfindet.
Was bedeutet „Dult“?
Ursprünglich ein Kirchenfest, das sich mit Marktständen und Unterhaltung zum Jahrmarkt entwickelte.
Welche drei Dulten gibt es?
Maidult, Jakobidult und Kirchweihdult.
Warum gibt es dort so viele Antiquitäten und Haushaltswaren?
Diese Tradition geht auf frühe Gebrauchtwarenmärkte zurück und prägt die Dult bis heute.