Synagoge Reichenbachstraße
Die Synagoge in der Reichenbachstraße wurde 1931 für vor allem osteuropäisch geprägte jüdische Gemeinden eröffnet. Der Bau von Gustav Meyerstein ist ein seltenes Münchner Beispiel moderner Synagogenarchitektur der Neuen Sachlichkeit. 1938 wurde das Innere verwüstet, 1947 die Synagoge wieder eingeweiht. Seit 2025 wird sie nach umfassender Wiederherstellung erneut religiös genutzt.
Synagoge Reichenbachstraße auf einen Blick
- Adresse
- Reichenbachstraße 27, 80469 München
- Nutzung
- Aktiver jüdischer Gottesdienstort
- Besuch
- Kein frei begehbares Museum; öffentliche Zugänge nur bei angekündigten Führungen, Veranstaltungen oder entsprechenden Formaten
- Zeitbedarf
- Für Außenansicht etwa 15 Minuten; bei Führung entsprechend länger
- Besonders
- Neue Sachlichkeit, wiederhergestellter Innenraum, Thoraschrein und Geschichte des jüdischen Lebens in der Isarvorstadt
Was erwartet Sie an der Synagoge Reichenbachstraße?
Von der Straße ist das Gotteshaus relativ zurückhaltend eingebunden. Die Synagoge liegt im Hof und wurde bewusst in die dichte Isarvorstadt eingefügt.
Gustav Meyerstein entwarf einen dreischiffigen Bau in der Formensprache der Neuen Sachlichkeit. Klare Linien und eine moderne Raumauffassung unterschieden ihn stark von älteren repräsentativen Synagogenbauten.
Zerstörung, Neubeginn und erneute Nutzung
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 verwüsteten Nationalsozialisten das Innere und legten Feuer. Weil umliegende Häuser gefährdet waren, wurde eine vollständige Zerstörung verhindert.
Nach 1945 konnte die Synagoge wiederhergestellt werden. 1947 wurde sie erneut eingeweiht und diente bis zur Eröffnung von Ohel Jakob 2006 als Hauptsynagoge der Münchner Gemeinde.
Nach einer umfassenden Wiederherstellung wird sie seit 2025 wieder als Synagoge genutzt. Die heutige Bedeutung liegt deshalb in Geschichte und lebendiger religiöser Gegenwart zugleich.
Besuch mit Respekt vor der Nutzung
Die Synagoge ist kein touristischer Schauraum. Wer einen Innenbesuch plant, sollte ausschließlich angekündigte Besuchsmöglichkeiten nutzen und Sicherheits- sowie Gemeinderegeln respektieren.
Die Seite Jüdisches München ordnet weitere Orte jüdischer Geschichte und Gegenwart ein.
Die Synagoge war 1931 bewusst zeitgenössisch
Gustav Meyerstein griff nicht auf historistische Tempelformen zurück, sondern auf die klare Sprache der Neuen Sachlichkeit. Der Bau wirkte modern, funktional und städtisch.
Die Wiederherstellung macht diese architektonische Haltung wieder lesbar – und verbindet sie mit der erneuten religiösen Nutzung.
In der Nähe
Die Synagoge liegt in der nördlichen Isarvorstadt zwischen Gärtnerplatz und Isar.
Gärtnerplatz
ca. 5 Min. zu Fuß
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ca. 12 Min. zu Fuß
Das Museum am St.-Jakobs-Platz erzählt jüdische Geschichte und Gegenwart Münchens in größerem Zusammenhang.
Jüdisches Museum MünchenDeutsches Museum
ca. 12–15 Min. zu Fuß
Die Museumsinsel liegt östlich an der Isar und bietet einen völlig anderen kulturellen Schwerpunkt.
Deutsches Museum
Häufige Fragen zur Synagoge Reichenbachstraße
Die Synagoge ist ein aktiver Gottesdienstort und kein regulär frei zugängliches Museum.
Wann wurde sie gebaut?
1931 nach Plänen des Architekten Gustav Meyerstein.
Was geschah 1938?
Nationalsozialisten verwüsteten das Innere und legten Feuer. Das Gebäude blieb jedoch stehen.
Welche Rolle spielte die Synagoge nach 1945?
Sie wurde 1947 wieder eingeweiht und war bis 2006 die Hauptsynagoge der Münchner jüdischen Gemeinde.
Kann man sie besichtigen?
Nur im Rahmen angekündigter Besuchsmöglichkeiten. Ein spontaner touristischer Innenbesuch ist nicht vorgesehen.