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Geologie & Stadtwissen

Die Münchner Schotterebene: Warum München so flach ist

München liegt auf einer mächtigen Ebene aus Kies und Schotter, die während der Eiszeiten von Schmelzwässern aus den Alpen aufgeschüttet wurde. Diese Münchner Schotterebene fällt von Süden nach Norden langsam ab und wirkt im Stadtgebiet deshalb fast flach. Ihr wasserdurchlässiger Untergrund prägt Grundwasser, Trinkwasserversorgung, Heideflächen, Baggerseen und zahlreiche Bauprojekte.

  • Eiszeiten
  • Kies & Grundwasser
  • Alpenvorland

Die Münchner Schotterebene auf einen Blick

Entstehung
Schmelzwasserströme lagerten während der Eiszeiten große Mengen Kies und Sand ab
Ausdehnung
Die Ebene erstreckt sich weit über das Münchner Stadtgebiet hinaus ins Alpenvorland
Gefälle
Sie sinkt von Süden nach Norden langsam ab
Grundwasser
Der durchlässige Kies macht die Region besonders grundwasserreich
Stadtfolgen
Baggerseen, Heideflächen, Kellerbau und Wasserversorgung hängen eng mit der Geologie zusammen

Wie Eiszeiten den Untergrund Münchens bauten

Während der Kaltzeiten reichten große Alpengletscher weit ins Vorland. Beim Abschmelzen transportierten Flüsse und Schmelzwasserbäche enorme Mengen Geröll, Kies und Sand nach Norden. Dieses Material lagerte sich in breiten Fächern ab.

Über mehrere Eiszeiten entstanden übereinanderliegende Schotterterrassen. Unter den quartären Kiesen liegen ältere tertiäre Sedimente, die in München häufig als „Flinz“ bezeichnet werden.

Warum München flach wirkt und trotzdem Gefälle hat

Die Ebene ist nicht vollkommen waagerecht. Sie fällt von den südlichen Moränengebieten Richtung Norden deutlich ab, im eigentlichen Stadtgebiet aber nur noch sanft. Auf wenigen Straßenkilometern bemerkt man das Gefälle daher kaum.

Die Isar hat sich in diese Ebene eingeschnitten und eigene Terrassen geschaffen. Deshalb wirken etwa Hochufer in Sendling, Bogenhausen oder Haidhausen überraschend markant, obwohl München insgesamt als flache Stadt wahrgenommen wird.

Kies bedeutet Wasser

Die Kiese sind stark wasserdurchlässig. Niederschlag kann schnell versickern und bildet einen mächtigen Grundwasserkörper. Tiefer liegende, weniger durchlässige Schichten stauen dieses Wasser.

Diese Geologie erklärt, warum Kiesgruben nach Ende des Abbaus häufig zu Seen werden. Die Badeseen in und um München zeigen diesen Zusammenhang besonders gut. Auch die Seite Trinkwasser in München erklärt, welche Rolle die Schotterebene als Reserve- und Versorgungsraum spielt.

Wie die Eiszeiten Münchens Landschaft formten

Eiszeitalter

Gletscher reichen ins Alpenvorland

Große Eismassen transportieren Gestein aus den Alpen und formen Moränenlandschaften.

Abschmelzphasen

Schmelzwässer verteilen Kies und Sand

Breite Flusssysteme lagern Material nördlich der Gletscher ab und bauen die Schotterebene auf.

nach der letzten Eiszeit

Flüsse schneiden sich ein

Isar und andere Gewässer formen Terrassen und Täler in den zuvor abgelagerten Schottern.

19.–20. Jahrhundert

Kies wird zum Baustoff

Der stark wachsende Ballungsraum nutzt große Mengen Kies. Zahlreiche Abbaugruben entstehen.

bis heute

Geologie prägt Stadt und Wasser

Grundwasser, Baggerseen, Baugrund und Naturräume sind weiterhin direkt vom Schotteruntergrund abhängig.

Kiesiger Untergrund einer ehemaligen Abbaufläche in der Münchner Schotterebene mit Grundwassersee
Unsichtbarer Untergrund

Die Schotterebene zeigt sich oft dort, wo Wasser erscheint

Baggerseen im Norden und Westen Münchens sind keine zufälligen Landschaftselemente. Viele entstanden, weil Kiesabbau bis in den Grundwasserbereich reichte.

Auch Heideflächen profitieren von den trockenen, nährstoffarmen Böden über dem durchlässigen Schotter. Geologie ist in München deshalb überraschend oft an der Oberfläche sichtbar.

Die Isar in München entdecken

Häufige Fragen zur Münchner Schotterebene

Die Schotterebene ist kein einzelner geologischer Körper aus nur einer Eiszeit. Sie besteht aus mehreren Ablagerungsphasen und Terrassen.

Warum ist München so flach?

Weil die Stadt auf einer großräumigen Schotterebene liegt, deren Gefälle im Stadtgebiet relativ gering ist.

Woher kommt der ganze Kies?

Aus den Alpen. Gletscher und Schmelzwässer transportierten Gestein ins Vorland und lagerten es dort ab.

Warum gibt es so viel Grundwasser?

Der grobe Kies lässt Wasser gut versickern und speichern; tiefere, weniger durchlässige Schichten wirken als Stauhorizont.

Haben die Münchner Badeseen mit der Schotterebene zu tun?

Viele ja. Zahlreiche Seen entstanden in früheren Kiesgruben, die den Grundwasserspiegel erreichten.

Welche Bedeutung hat die Schotterebene für die Stadt?

Sie beeinflusst Baugrund, Keller, Grundwasser, Trinkwasserversorgung, Naturflächen und die Entstehung vieler Seen.

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