Allerheiligen-Hofkirche
Die Allerheiligen-Hofkirche liegt innerhalb der Münchner Residenz und wurde von Leo von Klenze für König Ludwig I. entworfen. Inspiration war die normannisch-byzantinische Cappella Palatina in Palermo. Nach schwerer Kriegszerstörung wurde der Raum bewusst nicht vollständig historisierend rekonstruiert und dient heute vor allem als Konzert- und Veranstaltungssaal.
Allerheiligen-Hofkirche auf einen Blick
- Lage
- Im Residenzkomplex, Zugang bei Veranstaltungen über den Marstallplatz
- Besuch
- Kein dauerhaft frei zugänglicher Kirchenraum; im Museumsrundgang ist die Empore einsehbar
- Nutzung
- Konzert-, Vortrags- und Veranstaltungsraum
- Zeitbedarf
- Etwa 10 bis 20 Minuten im Residenzrundgang, länger bei Veranstaltung
- Besonders
- Klenze-Architektur, erhaltene historische Substanz und moderner Wiederaufbau
Was erwartet Sie in der Allerheiligen-Hofkirche?
König Ludwig I. ließ die Kirche nach einer Reise nach Palermo errichten. Besonders die Cappella Palatina beeindruckte ihn so stark, dass er einen vergleichbaren Hofkirchenraum in München wünschte.
Leo von Klenze übertrug diese Idee jedoch nicht als Kopie. Romanisch-byzantinische Vorbilder wurden mit klassizistischen Prinzipien verbunden.
Ein bewusst unvollständiger Wiederaufbau
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche schwer beschädigt. Beim Wiederaufbau entschied man sich gegen eine vollständige Rekonstruktion der verlorenen Ausstattung.
Erhaltene Mauerteile und historische Spuren wurden bewahrt, neue Flächen dagegen zurückhaltend ergänzt. Dadurch bleibt die Zerstörung sichtbar.
Heute wird der Raum vor allem für Konzerte und Veranstaltungen genutzt. Innerhalb des normalen Residenz-Rundgangs ist vor allem die Empore einsehbar.
Sakralraum und Veranstaltungsort
Obwohl die Kirche nicht mehr regulär als Pfarrkirche dient, prägt ihre frühere Funktion den Raum bis heute. Veranstaltungen müssen darauf Rücksicht nehmen.
Gerade diese Mehrdeutigkeit macht die Hofkirche besonders: historisches Kirchengebäude, Wiederaufbaudenkmal und moderner Kulturraum zugleich.
Der Wiederaufbau versteckt die Verluste nicht
Historische Wände treffen auf bewusst schlichtere Ergänzungen. Statt eine perfekte Vorkriegskulisse herzustellen, bleibt erkennbar, welche Teile erhalten und welche neu gefasst wurden.
Dadurch erzählt der Raum zwei Geschichten zugleich: die Hofkunst Ludwigs I. und den Umgang Münchens mit Kriegszerstörung.
In der Nähe
Die Hofkirche liegt vollständig im Umfeld der Residenz.
Residenz München
Direkt angrenzend
Prunkräume, Schatzkammer und Höfe bilden den großen historischen Zusammenhang.
Residenz MünchenMax-Joseph-Platz
ca. 2 Min. zu Fuß
Der klassizistische Platz zeigt die Residenz als Teil der königlichen Stadtplanung.
Max-Joseph-PlatzHofgarten
ca. 4 Min. zu Fuß
Der Renaissancegarten bietet nach Innenräumen und Veranstaltungen einen ruhigen Übergang ins Freie.
Hofgarten
Häufige Fragen zur Allerheiligen-Hofkirche
Die Kirche ist kein normal frei zugänglicher Sakralraum. Besuchsmöglichkeiten hängen von Residenzrundgang und Veranstaltungen ab.
Kann man die Kirche regulär besichtigen?
Im Residenzmuseum ist die Empore einsehbar. Der vollständige Kirchenraum ist vor allem bei Veranstaltungen zugänglich.
Wer hat die Kirche entworfen?
Leo von Klenze im Auftrag König Ludwigs I.
Was war das architektonische Vorbild?
Vor allem die Cappella Palatina in Palermo.
Wird die Kirche noch religiös genutzt?
Sie dient hauptsächlich als Konzert- und Veranstaltungsraum; ihre frühere Sakralfunktion wird bei der Nutzung respektiert.