St. Michael / Michaelskirche
St. Michael in der Neuhauser Straße ist einer der bedeutendsten Renaissancekirchenbauten nördlich der Alpen. Herzog Wilhelm V. ließ die Jesuitenkirche im späten 16. Jahrhundert errichten. Prägend sind die große Schaufassade, das weit gespannte Tonnengewölbe und die Wittelsbachergruft mit dem Sarkophag König Ludwigs II.
Michaelskirche auf einen Blick
- Adresse
- Neuhauser Straße 6, 80333 München
- Zugang
- Kirchenraum tagsüber frei; während Gottesdiensten keine touristische Besichtigung
- Eintritt
- Kirche kostenlos, Wittelsbachergruft kostenpflichtig
- Zeitbedarf
- Etwa 30 bis 45 Minuten, mit Gruft rund eine Stunde
- Besonders
- Renaissancefassade, Tonnengewölbe, Erzengel Michael und Wittelsbachergruft
Was erwartet Sie in St. Michael?
Die Fassade wirkt fast wie eine große steinerne Bühne in der Fußgängerzone. Figuren bayerischer Herrscher, der Erzengel Michael und ein klar gegliedertes Fassadenprogramm verbinden Religion und fürstliche Repräsentation.
Im Inneren öffnet sich ein ungewöhnlich weiter Raum. Das Tonnengewölbe spannt sich ohne störende Stützen über das Hauptschiff und machte die Kirche zu einem Vorbild für viele spätere süddeutsche Sakralbauten.
Wittelsbachergruft mit Ludwig II.
Unter dem Chor liegt die Gruft der Wittelsbacher. Zu den dort Bestatteten gehören Herzog Wilhelm V., Kurfürst Maximilian I. und König Ludwig II.
Die Gruft ist nur zu bestimmten Zeiten zugänglich und nicht barrierefrei. Wer dynastische Geschichte vertiefen möchte, kann den Besuch mit der Fürstengruft der Theatinerkirche verbinden.
Sehenswert sind besonders:
- die große Renaissancefassade
- das Tonnengewölbe
- der Hochaltar
- das Michaelsmotiv über dem Eingang
- die Wittelsbachergruft
Jesuitenkirche mitten in der Einkaufsstraße
St. Michael steht heute direkt zwischen Geschäften und Fußgängerströmen. Gerade dieser Gegensatz macht den Besuch interessant: Hinter der stark frequentierten Neuhauser Straße beginnt ein sehr konzentrierter Kirchenraum.
Die Kirche wird weiterhin von Jesuiten betreut und intensiv liturgisch genutzt.
Die Fassade erzählt auch politische Geschichte
Zwischen Heiligen und religiösen Symbolen erscheinen Herrscherfiguren der bayerischen Dynastie. Herzog Wilhelm V. ließ Glauben und fürstliche Legitimation bewusst miteinander verbinden.
Damit ist St. Michael nicht nur Jesuitenkirche, sondern auch ein starkes Bild der katholischen Hofpolitik des späten 16. Jahrhunderts.
In der Nähe
St. Michael liegt direkt in der Fußgängerzone zwischen Stachus und Marienplatz.
Frauenkirche
ca. 5 Min. zu Fuß
Der spätgotische Dom bildet den wichtigsten architektonischen Kontrast zur Renaissancekirche.
FrauenkircheKarlsplatz (Stachus)
ca. 6 Min. zu Fuß
Karlstor und Brunnen markieren den westlichen Eingang zur Fußgängerzone.
Karlsplatz (Stachus)Kunsthalle München
ca. 7 Min. zu Fuß
Die Wechselausstellungen in den Fünf Höfen ergänzen den Kirchenbesuch um Kunst und Design.
Kunsthalle München
Häufige Fragen zur Michaelskirche
Für den Kirchenraum braucht es keine Planung; für die Gruft lohnt ein Blick auf die jeweiligen Zugangszeiten.
Kostet St. Michael Eintritt?
Der Kirchenraum ist kostenlos. Die Wittelsbachergruft kostet Eintritt.
Liegt König Ludwig II. hier begraben?
Ja. Sein Sarkophag steht in der Wittelsbachergruft.
Warum ist St. Michael architektonisch wichtig?
Die Kirche gilt als einer der prägenden Renaissancebauten nördlich der Alpen und beeinflusste zahlreiche spätere Kirchen.
Ist die Gruft barrierefrei?
Nein. Sie ist nur über Treppen erreichbar.