Feldherrnhalle
Die Feldherrnhalle bildet den südlichen Abschluss des Odeonsplatzes und wurde zwischen 1841 und 1844 nach Plänen Friedrich von Gärtners errichtet. Ihr Vorbild ist die Loggia dei Lanzi in Florenz. Bekannt ist das Monument nicht nur wegen seiner Architektur, sondern auch als Schauplatz des gescheiterten Hitlerputsches 1923 und seiner späteren Instrumentalisierung durch das NS-Regime.
Feldherrnhalle auf einen Blick
- Adresse
- Residenzstraße 1, 80333 München
- Zugang
- Von außen jederzeit frei zugänglich
- Eintritt
- Kostenlos
- Zeitbedarf
- Etwa 15 bis 20 Minuten, mit Odeonsplatz und Viscardigasse deutlich länger
- Besonders
- Florentiner Architekturvorbild, Standbilder und NS-Geschichte
Was erwartet Sie an der Feldherrnhalle?
Die offene Loggia erhebt sich über einer breiten Freitreppe am südlichen Ende des Odeonsplatzes. König Ludwig I. ließ sie als Denkmal für das bayerische Heer errichten.
Friedrich von Gärtner orientierte sich an der Loggia dei Lanzi in Florenz. Im Inneren stehen Standbilder der Feldherren Tilly und Wrede sowie eine zentrale Figurengruppe zum Deutsch-Französischen Krieg.
Ein Monument mit belasteter Geschichte
Am 9. November 1923 endete hier der nationalsozialistische Putschversuch. Bayerische Landespolizisten stellten sich dem Marsch entgegen; im Schusswechsel starben unter anderem vier Polizisten.
Nach 1933 verwandelte das NS-Regime die Feldherrnhalle in einen Kultort. Ein Ehrenmal für die getöteten Putschisten wurde bewacht, Passanten sollten mit Hitlergruß ihre Reverenz erweisen.
Diese Geschichte erklärt auch die nahe Viscardigasse, durch die manche Menschen auswichen, um die Grußgeste zu vermeiden.
Architektur nicht von Erinnerung trennen
Die Feldherrnhalle ist ein starkes Beispiel dafür, wie ein Bauwerk im Lauf der Zeit politisch neu aufgeladen werden kann. Der klassizistische Ursprungsbau und die Geschichte des 20. Jahrhunderts gehören deshalb gleichermaßen zum Besuch.
Eine sachliche Einordnung bietet zusätzlich die Seite München im Nationalsozialismus.
Die Feldherrnhalle ist bewusst als italienische Loggia gedacht
Offene Bögen, Freitreppe und die klare Säulenordnung zitieren die Loggia dei Lanzi in Florenz. Ludwig I. setzte damit seine Italienbegeisterung mitten in die Münchner Residenzstadt.
Der Bau wirkt dadurch eher wie eine offene Bühne als wie ein geschlossenes Denkmal – eine Eigenschaft, die später auch politische Inszenierungen begünstigte.
In der Nähe
Die Feldherrnhalle steht an einem der dichtesten Geschichts- und Architekturorte der Altstadt.
Odeonsplatz
Direkt angrenzend
Der Platz verbindet Feldherrnhalle, Theatinerkirche, Residenz und Ludwigstraße zu einem großen architektonischen Ensemble.
OdeonsplatzTheatinerkirche
ca. 1 Min. zu Fuß
Die gelbe Barockkirche bildet den auffälligsten farblichen Kontrast zur steinernen Monumentalität der Feldherrnhalle.
TheatinerkircheViscardigasse
Direkt dahinter
Die kleine Passage erinnert an Menschen, die während der NS-Zeit den Kultort vor der Feldherrnhalle umgingen.
Viscardigasse / Drückebergergasse
Häufige Fragen zur Feldherrnhalle
Für einen schnellen Blick reichen wenige Minuten. Historisch sinnvoll wird der Besuch erst mit dem Kontext von Odeonsplatz und Viscardigasse.
Wann wurde die Feldherrnhalle gebaut?
Zwischen 1841 und 1844.
Welches Gebäude war das Vorbild?
Die Loggia dei Lanzi in Florenz.
Was geschah hier 1923?
Der nationalsozialistische Putschversuch wurde am 9. November von der bayerischen Landespolizei gestoppt.
Warum ist die Viscardigasse wichtig?
Sie wurde während der NS-Diktatur von Menschen genutzt, die den vorgeschriebenen Hitlergruß am Kultort Feldherrnhalle vermeiden wollten.